Vom ehrgeizigen Ironman-Traum bis hin zur Gründung von Summits4Hope: Was als persönliche sportliche Herausforderung begann, entwickelte sich zu einer Mission mit globaler Wirkung. Gilbert Fisch verbindet Abenteuer und Ausdauersport mit sozialem Engagement und schafft durch nachhaltige Projekte echte Perspektiven – von Bildungschancen in Kenia bis zu WASH-Initiativen in Mosambik. Hier erfährst Du, wie sportliche Herausforderungen und Gemeinschaftssinn Menschen mobilisieren, Gutes zu tun, und welche spannenden Projekte 2025 anstehen!
Gilbert, was hat dich zur Gründung von Summits4Hope inspiriert? Gab es einen besonderen Moment oder eine Erfahrung, die den Ausschlag gegeben hat?
2012, im Alter von 55 Jahren, hatte ich einen ehrgeizigen Traum: Mit 60 wollte ich Ironman-Weltmeister meiner Altersklasse werden. Direkt nach dem Ironman Hawaii war dieses Ziel fest in meinem Kopf verankert. Ich hatte die Zeit und die Mittel, es professionell anzugehen. Doch wie so oft im Leben, lief es anders als geplant. In meine Fall krempelte es sogar alles grundlegend um.
Nach einer erfolgreichen Karriere, die mir mit 48 den vorzeitigen Ruhestand ermöglichte, hatte ich nie meine Grenzen kennengelernt. 2014 bestrafte mich mein grenzenloser Ehrgeiz: Ich trainierte mich blind in ein Burnout, ignorierte die Warnsignale meines Körpers. Plötzlich musste ich alle Ambitionen aufgeben. Schlimmer noch, ich erkannte, dass ich mich nur noch über sportliche Erfolge definierte.
Inmitten meiner persönlichen Krise änderte sich meine Weltsicht. Das Universum konfrontierte mit den Schattenseiten unserer Welt: Umweltkatastrophen, Hunger, Flüchtlingsdramen, die Ausbeutung von Mensch und Natur. Aus dieser Mischung aus Wut und Ohnmacht erwuchs ein starker Wunsch und neuer Antrieb: Ich musste etwas tun!
Das war der Funke, der das Feuer für Summits4Hope entfachte.
Dein Projekt verbindet Abenteuer mit sozialem Engagement. Warum eignet sich Sport, besonders Ausdauersport, so gut, um Spenden zu sammeln und Aufmerksamkeit für wohltätige Zwecke zu schaffen?
Ausdauersportler wollen persönliche Geschichten schreiben und erzählen. Sie suchen Herausforderungen, die unvergessliche persönliche und gemeinschaftliche Erlebnisse schaffen. Gerade in der heutigen Zeit, nach der Pandemie, ist die Gemeinschaft wichtiger denn je. Es geht nicht mehr primär um Startnummern, sondern um das Gefühl, Teil von etwas Grösserem zu sein.
Die Bewältigung einer sportlichen Herausforderung strahlt in der Gemeinschaft aus und erzeugt Bewunderung. Es geht nicht um Zeiten oder Ränge, sondern um den Respekt vor dem Durchhaltewillen.
Wenn dann noch ein soziales Herzensprojekt hinzukommt, vervielfacht sich diese Bewunderung. Die Kombination aus persönlicher Herausforderung und sozialem Engagement schafft eine starke Verbindung und mobilisiert Menschen, sich für eine gute Sache einzusetzen.
Du hast selbst schon an anspruchsvollen Sportevents teilgenommen. Welche sportliche Herausforderung hat dich besonders geprägt?
Meine sportliche Reise war alles andere als ein gerader Weg. Am Anfang war ich ein “Weichei”, wie man so schön sagt. Wenn es hart wurde, suchte ich oft den bequemen Ausweg. Ich erinnere mich an einen Mitteldistanz-Triathlon, bei dem ich auf dem zweiten Platz liegend aufgab, nur weil ich stolperte und mir das Knie aufschürfte. Oder mein erster Ironman Hawaii 2009, den ich nach nur 4 km Marathon abbrach, wegen einer Druckstelle am Fuss.
Diese frühen Erfahrungen waren jedoch Wendepunkte. Sie zwangen mich zur Entscheidung: Suche ich weiter nach Ausreden, oder lerne ich, durchzuhalten? Ich erkannte, dass mein Kopf das Problem war, nicht mein Körper. Also begann ich, an meiner mentalen Stärke zu arbeiten. Ich lernte, Herausforderungen anzunehmen, indem ich mich Stück für Stück aus meiner Komfortzone wagte. Es gab nicht den einen prägenden Moment, sondern viele kleine Siege, die mich bestätigten, dass ich über mich hinauswachsen kann.
Die TORTOUR Ultracycling ist eines der härtesten Radrennen der Schweiz. Wieso ist genau die TORTOUR Ultracycling der richtige Event um Spenden zu sammeln?
Bei RIDE4KIDS – NEVER RIDE ALONE nehmen wir an der TORTOUR MYSELF teil, dem Format, das ideal zu unseren Zielen passt. Hier können Radfahrer aller Leistungsstufen ihre eigene Herausforderung definieren und Teil des Teams werden. Ob zwei oder zehn Runden – jeder einzelne Beitrag zählt. Was uns verbindet, ist der Spass an der Herausforderung und das Gefühl, Teil einer grösseren Bewegung zu sein. Bei der TORTOUR MYSELF starten wir nicht zu einem Rennen, sondern machen daraus ein gemeinschaftliches Erlebnis für einen guten Zweck.
Viele Charity-Projekte sammeln kurzfristig Spenden. Wie stellt Summits4Hope sicher, dass die Unterstützung langfristig etwas verändert?
Das ist ein entscheidender Punkt. Bei Summits4Hope setzen wir auf nachhaltige Lösungen. Wir investieren ausschliesslich in Projekte, die langfristige Veränderungen bewirken. Bildung ist dabei ein zentraler Baustein: Wir ermöglichen den Zugang zur Schule und begleiten die Kinder bis zum Abschluss. Unsere WASH-Projekte schaffen dauerhaften Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene.
Ein Beispiel ist unsere Partnerschaft mit WASSER FÜR WASSER. Neu bauen wir gemeinsam eine Ausbildungsstätte für Sanitärfachkräfte auf, die wiederum sicherstellen, dass die von uns erneuerte Infrastruktur vor Ort instandgehalten wird. So schaffen wir nicht nur unmittelbare Hilfe, sondern auch langfristige Perspektiven.
Welche Hindernisse musstest du als Gründer bisher überwinden? Gab es Momente, in denen du an deiner Mission gezweifelt hast?
Summits4Hope ist eine kleine, aber feine Stiftung. Um es greifbar zu machen: Wir ermöglichen derzeit 300 Kindern in Kenia den Zugang zu Bildung und haben in Mosambik für 13.000 Kinder an neun Schulen WASH-Projekte umgesetzt. In Anbetracht der globalen Herausforderungen mag das wie ein Tropfen auf den heissen Stein wirken, aber für jedes einzelne Kind bedeutet es einen Ausweg aus der Armut und eine völlig neue Perspektive. Diese Veränderung ist unsere grösste Motivation.
Die grösste Herausforderung ist die alljährliche Suche nach Teilnehmern für unsere Events. Menschen von der Wichtigkeit des Peer-to-Peer Fundraisings zu überzeugen, ist nicht immer einfach. Trotz unserer umfassenden Unterstützung und bewährten Hilfsmittel, scheuen viele den Schritt. Ideen für Events haben wir viele, aber wir brauchen die Menschen, die unsere Projekte mit Leben füllen.
Was sind die nächsten grossen Meilensteine für Summits4Hope? Gibt es neue Projekte oder Partnerschaften, auf die du dich besonders freust?
Unsere Partnerschaften mit der TORTOUR und dem Alpenbrevet sind gewachsene Beziehungen, die wir weiter vertiefen werden. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Teilnahme an unseren Projekten noch attraktiver zu gestalten.
Ein besonderes Highlight ist RIDE4KIDS 2025 – TEAM 124. Wir haben eine Plattform für leidenschaftliche Rennradfahrer geschaffen, die Pässe lieben. Analog zum Alpenbrevet Extended können Teilnehmer zwischen März und Oktober 2025 die 124 befahrbaren Pässe der Schweiz sammeln und sich in unserer Hall of Fame verewigen. Dazu gehören nützliche Planungstools, Goodies und Group Rides.
Um unsere WASH-Projekte in Mosambik zu unterstützen, erheben wir eine Teilnahmegebühr von 124 CHF, die als Spende zu 100% in diese Projekte fliesst.
Vielen Dank Gilbert, dann freuen wir uns Dich erneut dabei zu haben und wünschen Dir weiterhin gutes Gelingen!









