Priska dürfte den einen oder anderen von euch bereits bekannt vorkommen. Im letzten Jahr haben wir die Powerfrau bereits interviewen dürfen – nun geht die Erfolgsstory in die nächste Runde.
Priska wird dieses Jahr über die 1000 Kilometer Solo am Start stehen – und dies nach gerade mal 5-6 Jahren im Radsport! Erfahrt wie es von 0 auf 1000 Kilometer gekommen ist, wie sich auf diese Herausforderung vorbereitet und vieles mehr…
Werdegang
Ich habe 2019/2020 mit dem Rennrad fahren angefangen. Davor habe ich überhaupt keinen Sport gemacht. Ich war von Anfang an fasziniert zu sehen was möglich ist und seine eigenen Grenzen zu testen. Durch Zufall, stiess ich auf mein jetziges Team, Cycling Team Ost. Die Werte, die wir vertreten begeisterten mich und es war für mich klar, ich möchte ein Teil davon sein. Dies hat zu meiner Überraschung 2022 auch geklappt. Bis heute bin ich stolz ein Teil des Teams zu sein, da nicht allein die Leistung zählt, sondern viel mehr das Miteinander und sich gegenseitig unterstützen. Auch das wöchentliche Training vom Cycling Team Ost, an dem auch nicht Mitglieder teilnehmen dürfen, halfen mir sehr meine Leistung und meine Skills auf dem Rad zu verbessern.
Ich versuchte mich an einigen regionalen und kurzen Rennen und merkte schnell, dass die längeren mir mehr Spass machten. Ebenfalls versuchte ich weitere Raddiziplinen aus, Gravel/Quer und Bahn. Beides mache ich ebenfalls bis heute mit grosser Leidenschaft, neben dem Zeitfahren und dem normalen Strassenrad.
Irgendwann stiess ich auf die Tortour und der Gedanke 250km alleine zu bewältigen, liess mich nicht mehr los. Ich trainierte zwar irgendwie und wurde auch laufend besser, allerdings war es weit weg von strukturiert. Ich wusste, wenn ich die 250km schaffen möchte, dann brauche ich Unterstützung im Training. Und so kontaktierte ich meinen jetzigen Trainer, Marcel Wyss von Wysstraining und fragte, ob dieses Ziel für mich realistisch ist und er meinte ohne zu zögern, ja klar. Und so starteten wir mit dem strukturierten Training. Am Anfang war ich noch etwas skeptisch, ob mir das Radfahren mit einem so strukturierten Trainingsplan überhaupt noch Spass macht. Und ich dadurch nicht eher die Motivation verliere. Dies stellte sich allerdings ziemlich schnell heraus, dass strukturiertes Training, mit dem richtigen Trainer, auch Spass machen kann. Marcel spricht meine Sprache und bricht das Training auf das wesentliche runter. So verstehe ich worum es geht und kann das Training auch etwas individuell nach Strecke, oder Gruppe, etwas anpassen. So macht es auch Spass und man bleibt motiviert. Und die schnellen Trainingserfolge sprechen eindeutig für sich.
2023 sollte das Wetter sehr heiss werden und das Rennen hatte somit die Chance wirklich zur Tortour zu werden. Dank der wertvollen Tipps und einem sehr guten Paceing von Marcel, konnte ich die Tortour erfolgreich und “relativ easy” finishen. Auch die zahlreichen Nachrichten von meinem Team während dem Renne. Trieben mich an. Ich war mehr als happy und die Idee der 500km schwirrte bereits in meinem Kopf rum. Ungefähr eine Woche später fragte ich Marcel, ob es möglich wäre die 500km im nächsten Jahr zu versuchen. Ohne zu zögern meinte er, ja sicher und so war mein Ziel für 2024 klar.
Auch im 2024 war das Wetter herausfordernd, ich glaube ausser Schnee hatten wir alles, Wind, Hagel, Starkregen, Überschwemmungen, Hitze, Kälte, Nebel…
Auch dieses mal, gab mir Marcel sehr viele Tipps und ein sehr gutes Paceing mit. Natürlich fieberte auch mein Team während dem Rennen wieder mit. So wurde das Rennen genial, in der Nacht konnte ich richtig aufdrehen und flog über die Strassen. Ein richtiger Rausch und ein unglaublich gutes Gefühl. Während dem Rennen hatte ich den Überblick verloren, wer vor oder hinter mir ist. Und so war ich im Ziel völlig überrascht, aber überglücklich, als es hiess ich hätte gewonnen. Dies erzählte ich natürlich sofort meinem Trainer, der sich ebenfalls richtig über meinen Erfolg freute. Und diesmal kam der Vorschlag zu den 1000km von ihm. Naja, was soll ich sagen, nach der Zieleinfahrt der 500km war für mich bereits klar, da geht bestimmt noch mehr😉.
Ich bin gespannt und freue mich 2025,die 1000km zu versuchen.
Wir haben gesehen, dass du Anfang Monat am Giro Sardegna mit deinem Team gestartet bist. Ein Etappenrennen ist in vielerlei Hinsicht sehr anspruchsvoll – wie denkst du, hat es dir in der Ultracycling-Vorbereitung?
Der Giro war ein sehr guter Saisoneinstieg und hat mir wertvolle Erfahrungen im allgemeinen Rennfahren, gegeben. Mir persönlich hat es sehr geholfen zu sehen, welche Routinen vor oder auch nach dem Rennen sinnvoll sind. Und auch mal zu schauen, wie mein Körper auf eine solche Belastung reagiert.
Mal ganz ehrlich, gibt es Tag an denen Priska denkt “ich hab’ keinen Bock auf Velo”…? Was machst du an solchen Tagen? Einfach am (Trainings)Plan festhalten oder auch mal eine Einheit streiche?
Das ist glaube ich noch nie vor gekommen. Marcel muss sich meistens eher auf Diskussionen einstellen, wenn er mir Ruhetage oder Ruhewochen einplant. Das habe ich gar nicht gerne, aber ja, ich weiss warum es nötig ist und halte mich dadurch auch an den Trainingsplan.
Das beste Kompliment für eine Veranstaltung ist es, wenn die Teilnehmer immer wieder kommen. Daher sind wir sehr glücklich, dich wieder am Start zu haben. Was ist aus deiner Sicht die Magie der TORTOUR – was würdest du deinen Freunden sagen, warum sie es doch auch einmal ausprobieren sollten?
Ich finde es spannend sich und seine Grenzen kennen zu lernen und die Tortour bietet mit dem Rundenprinzip eine perfekte Umgebung dafür. Mehrmals durch Start-Ziel zu fahren ist mental zwar nicht ganz einfach, aber im Notfall hätte man da die Möglichkeit zu sagen Stopp.
Und es ist fast wie eine Familie, wenn man ein paar mal an Langdistanzen gestartet ist oder auch speziell an der Tortour. Der Zusammenhalt unter den Fahrern, während den Rennen oder auch danach muss man einfach erleben. Dabei spielt es keine Rolle, ob einer 250km oder 1000km gefahren ist. Jeder wird respektiert.
Du verbringst viel deiner Freizeit mit deiner Leidenschaft, dem Radfahren – wo trifft man dich an, wenn du einmal etwas Velo-Auszeit geniessen möchtest?
Eine Velo-Auszeit ist schon fast eine Strafe für mich und kommt zum Glück nur selten vor😅.
Aber dann gehe ich Wandern, Spazieren oder Schwimmen, mache etwas mehr Yoga oder Krafttraining oder so.
Vielen Dank für deine Zeit Priska! Wir sind einmal mehr fasziniert von deiner Energie, deiner Ausdauer und deiner Begeisterung an dir zu arbeiten. Wir wünschen dir in der weiteren Vorbereitung viel Erfolg und freuen uns riesig, dich im Juli an der Startlinie zu sehen!









